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kleine herzen
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Russische Zeitung "Neues Wiener Magazin" veröffentlicht Artikel über kleine herzen

Die Russische Zeitung Neues Wiener Magazin hat in seine Mai Ausgabe (N° 5) ein zweiseitigen Artikel über die Lebensituation der Waisenkinder in Russischen Kinderheimen veröffentlicht. Dieser Artikel wurde von unserer Obfrau-Stellvertreterin Dr. Anna Galkina verfaßt. Anna ist für die karitativen Projekte des Vereins kleine herzen in Russland zuständig und verfügt über viel Wissen und Erfahrungen über den Lebenszustand  der Waisenkinder.

Hier ist der gescannte Artikel und die Übersetzung des Artikels auf Deutsch:

Der russische Artikel zu downloaden >

kleine herzen
In den letzten Jahren ist in Russland die Anzahl an Waisenkindern stark gestiegen. Seit den letzten 100 Jahren erlebt Russland nun die dritte Welle an Waisen. Zuerst der erste Weltkrieg und die Revolution, danach der zweite Weltkrieg und jetzt in unserer Zeit. Wenn die Gründe einer Verwaisung im Jahr 1945 noch gut erklärbar sind, so ist eine solche in unserer Zeit schwer zu erklären.
Im Jahr 1998 wurde jedes zehnte Kind aufgrund der schweren Lebenssituation in der Familie ins Kinderheim abgegeben. Leider war auch die Lage der staatlichen Kinderheime in Russland katastrophal. Ein Waisenkind aus dem Tulskaja Gebiet erzählte, dass die Kinder sich geschlagen haben, für das Recht, schmutzige Töpfe abwaschen zu dürfen, um noch etwas an Essensresten zu erhaschen. So hungrig waren sie. Die Situation hat sich gebessert. Finanzielle Unterstützung durch den Staat und die Hilfe von Sponsoren schaffen eine stabile Existenz für die Kinderheime.

Was bleibt ist aber nach wie vor das Problem des weiteren Lebens eines Waisenkindes nach dessen Aufenthalt im Kinderheim. Staatliche Heime pflegen die Kinder bis zur Volljährigkeit. Die Aufgabe der sozialen Erziehung und Vorbereitung auf das Leben eines Erwachsenen liegt im Bereich der sozialen Pädagogen, welche das Schicksal der Kinder noch einige Jahre nach dem Verlassen des Kinderheimes verfolgen sollen. Jedes Jahr verlassen ca. 20-30 Kinder ihr Heim und die Pädagogen haben oft weder die Möglichkeit das Schicksal zu verfolgen, noch den Waisen zu helfen.

Das Erwachsen werden des Kindes in einem Kinderheim bildet beim Waisen eine falsche Vorstellung über die Welt draußen. Den Kindern aus den Heimen fehlt der emotionale Teil des Lebens. Niemand fragt diese Kinder: „Wie geht es dir, Kleiner?“, niemand streichelt oder umarmt sie. Die Waisen empfinden keine Liebe und wissen nicht, was das ist. Lieben zu lernen ist nur dann möglich, wenn man selbst die Liebe bekommt, im Kontakt mit den anderen liebenden Personen, aus der Familie und bei Verwandten. Und dieser Verlust ist vielleicht viel tragischer, als Hunger und Armut.

Das staatliche Erziehungssystem besteht aus folgenden Etappen: als erstes kommt das Kind in ein Babyheim, mit 4 Jahren weiter in ein Kinderheim und mit 7 Jahren in ein Internat, wo ca. 100 Kinder leben.
Sein ganzes Leben wird das Kind von wechselnden Menschen begleitet und empfindet dies als normal. Es gibt keinerlei soziale Bindung.

Die andere Seite ist, dass die Kinder ihr Leben eingeschlossen in den Heimalltag verbringen müssen, dieselben geschlossenen Räume, das Heim, die vielen Heimkinder, ob im Alltag oder in den Ferien. Die Verschlossenheit dieser Welt  führt dazu, dass ein Waisenkind einfach nicht weiß, wie man mit der Welt draußen  kommuniziert.

Ein weiteres Problem ist, dass die Kinder aus den Waisenheimen nicht arbeiten können und auch nicht wollen. Das Leben in einem Kinderheim ist nicht das gleiche, wie in einer Familie, wo jedes Mitglied seine Pflichte hat und erfüllen muß. Wenn die Kinder in der Familie lernen, ganz früh den Erwachsenen zu helfen, werden diese auf ein selbständiges Leben vorbereitet. Diese Erziehungskomponente fehlt den Kindern aus Heimen. Sie haben keine Möglichkeit und auch keine Notwendigkeit, solche Fähigkeiten zu entwickeln und fördern. Sie haben ja niemanden. Die tragische Folge daraus ist,  Waisenkinder können auch nicht selbst ihre Entscheidungen treffen.

Das traurige Ergebnis einer solcher Erziehung ist die volle Unfähigkeit der Kinder aus Kinderheimen, ihr Leben selbstständig zu führen. Die Folgen sind Kriminalität (Täter oder Opfer), Prostitution, Alkoholismus und Selbstmord.  

Dieses Problem ist so groß, dass es wohl leichter wäre, es als unlösbar zu erklären, als eine Lösung zu suchen. Obwohl -  es gibt viele Probleme im Leben der Kinderheime, die auch mit unserer kleinen Hilfe gelöst werden können. Eine der beste Lösungen für ein Waisenkind ist die Unterbringung in eine Familie oder in ein Familienkinderheim. In einem Familienkinderheim leben ca. 10-12 Kinder gemeinsam mit ein oder zwei erziehenden Personen. Die Kinder müssen dieses Familienhaus nicht nach der Volljährigkeit verlassen. Sie dürfen bleiben, so lang sie ihr Leben dort organisiert haben. Das bildet einen großen Vorteil gegenüber den staatlichen Kinderheimen, wo die Kinder mit 18 Jahre gezwungen sind, das Heim zu verlassen. Ohne die kleinste Ahnung zu haben, wie ihr Leben weiter gehen soll. Die Schaffung solcher Familienkinderhäuser ist mit enormen Kosten verbunden und kann nicht an einem Tag gemacht werden. Dafür braucht man Jahrzehnte. 

Aber die Waisenkinder, die jetzt leben, können nicht warten, bis die Gesellschaft bereit ist, dieses Problem zu lösen. Und jeder von uns ist in der Lage schon jetzt das Leben eines Waisenkindes etwas heller zu machen. Dem Kind ein bisschen Freunde zu schenken, etwas Glück zu geben zu den Kleinen, welche in Ihrem  kurzen Leben zu wenig davon bekommen haben.

Der österreichsche Verein kleine herzen beschäftigt sich mit dem Bau von Familienhäusern und organisiert Patenschaften für die Waisenkinder. Im Moment unterstützen wir 6 Familienhäuser in der Ukraine, ein staatliches Kinderheim im Gebiet Pskov, die Kinderabteilung des psychiatrischen Spital in Pskov , wo überwiegend Kinder aus den Waisenhäusern vom Gebiet Pskov behandelt werden. Außerdem betreuen wir ein Adaptationszentrum für Waisenkinder in Kaluga, das „House of Hope“.

Wir suchen Sponsoren, die trotz Finanzkrise bereit sind die Kinder zu unterstützen, und uns ermöglichen, unsere Projekte weiter zu führen.

Wir suchen auch Paten für Waisenkinder, welche unsere Kinder durch Briefkontakt unterstützen wollen. Briefwechsel ist ein einfaches, aber effektivstes Mittel, eine Hilfe für die Waisenkinder zu leisten. Diese Kinder haben zu wenig Kontakt mit der Außenwelt und die Patenbriefe sind eine perfekte Möglichkeit, mehr über die Welt zu erfahren, etwas Neues zu erfahren, lernen Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen. Für das Kind, das gewöhnt ist sich als Teil des Systems zu betrachten, ist es eine wertvolle Erfahrung und eine unglaubliche Freude.

Mehr über unsere Projekte erfahren sie unter diesem Link:
www.kleineherzen.org